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16. Juni 2026

ThermTec Ventus 635L, HIKMICRO Habrok 35L und Pixfra Draco 635 im Praxisvergleich

Mit etwas Verzögerung hat nun auch ThermTec ein kombiniertes Fernglas mit Tag-, Nachtsicht- und Wärmebildtechnik inklusive Laserentfernungsmesser vorgestellt. Das ThermTec Ventus 635L tritt damit gegen etablierte Modelle wie das HIKMICRO Habrok 35L und das Pixfra Draco 635 an. Grund genug für einen direkten Praxisvergleich.

Wir haben die drei Multispektralgeräte Seite an Seite im Wärmebild-, Nachtsicht- und Tageslichtmodus getestet und dabei vor allem auf Bildqualität, Detaildarstellung und die Praxistauglichkeit im jagdlichen Einsatz geachtet.

Wärmebildfernglas Vergleich

Technische Unterschiede auf einen Blick

Alle drei Geräte verfügen über hochauflösende 4K-UHD-Sensoren. Das ThermTec Ventus besitzt jedoch deutlich mehr Pixel in der Vertikalen, was sich in einem größeren Bildformat und einem erweiterten Sehfeld bemerkbar macht.

Technische Vergleichstabelle

Mit 14,4 Metern vertikalem Sehfeld bietet das Ventus einen deutlich größeren Überblick als das Habrok. Horizontal liegt es auf dem Niveau des Pixfra Draco.

Auch bei den IR-Aufhellern verfolgen die Hersteller unterschiedliche Ansätze:

Diese Lösung macht das Ventus besonders flexibel und benutzerfreundlich. Durch den fest integrierten 940-nm-Aufheller erreicht das Draco eine etwas geringere Reichweite als die beiden Mitbewerber.

Wärmebildvergleich: Unterschiede bei Detailgrad und Bildcharakter

Alle Geräte wurden auf dieselbe Szene mit Schwarzwild und natürlichem Bewuchs ausgerichtet. 

Pixfra Draco 635

Habrok

Das Pixfra Draco liefert ein helles, kontrastreiches und angenehm zu betrachtendes Wärmebild. Die Umgebung wird detailreich dargestellt und Temperaturunterschiede zwischen Boden, Vegetation und Wildkörper treten deutlich hervor.

Dadurch fällt die Orientierung besonders leicht. Wer schnell größere Bereiche absuchen möchte, profitiert von diesem sehr übersichtlichen Bildeindruck.

[ah-produkt:216064]

HIKMICRO Habrok HQ35L

Draco

Das Habrok erzeugt ein ruhigeres Bild. Der Algorithmus glättet die Darstellung deutlich, was zwar für einen harmonischen Eindruck sorgt, allerdings zulasten der Detailschärfe geht.

Wild hebt sich klar vom Hintergrund ab, feine Strukturen in der Umgebung wirken jedoch weicher und etwas weniger detailliert.

[ah-produkt:213198]

ThermTec Ventus 635L

Ventus

Das Ventus setzt den Schwerpunkt auf maximale Detaildarstellung. Es zeigt nicht nur die Konturen des Wildes, sondern bildet den gesamten Wildkörper außergewöhnlich plastisch ab.

Temperaturunterschiede auf der Schwarte werden sichtbar, teilweise lassen sich sogar Haarkleid und feinere Strukturen erkennen. Beim Ansprechen des Wildes sind Kopf, Körperpartien und andere Merkmale besonders gut differenzierbar. 

Gerade im relevanten mittleren Entfernungsbereich überzeugt das Ventus mit einer sehr hohen Auflösung.

[ah-produkt:216804]>

Nachtsichtmodus: Stärken und Besonderheiten

Im Nachtsichtkanal zeigen sich Unterschiede, die sich auf keinem Datenblatt finden. 

Nachtsicht Vergleich

Pixfra Draco 635

Bei statischen Beobachtungen beeindruckt das Draco mit einer sehr hohen Auflösung und einem äußerst ruhigen Bild. Einzelne Grashalme werden gestochen scharf dargestellt.

Sobald sich das Gerät jedoch bewegt, arbeitet die Bildverarbeitung mit einer Mittelung mehrerer Einzelbilder. Dadurch kann es zu einem leicht „schwimmenden“ Bildeindruck kommen, wodurch feine Details zeitweise weniger klar erscheinen.

HIKMICRO Habrok 35L

Das Habrok liefert eine solide Darstellung, bleibt hinsichtlich Helligkeit und Detailgrad jedoch etwas hinter den beiden Konkurrenten zurück. Details auf dem Wildkörper sind bei gleichen Bedingungen weniger deutlich erkennbar. 

ThermTec Ventus 635L

Das Ventus verfolgt einen anderen Ansatz und zeigt das tatsächliche Bild mit einem gewissen Grundrauschen. Dafür bleibt die Darstellung auch bei Bewegungen stabil und zuverlässig.

Im direkten Vergleich überzeugte insbesondere die Detailwiedergabe auf dem Wildkörper. Wer die Nachtsichtfunktion regelmäßig nutzt, erhält hier eine besonders ausgewogene und praxistaugliche Lösung.

Tagmodus: Welches Gerät kommt dem klassischen Fernglas am nächsten?

Im Tageslichtmodus unterscheiden sich die Geräte vor allem bei Bildformat, Farbwiedergabe und Kontrast.

Tagsicht Vergleich

Pixfra Draco 635

Das Draco bietet ein großes Sehfeld, die Farbdarstellung wirkt jedoch etwas weicher und leicht verwaschen. 

HIKMICRO Habrok 35L

Das Habrok zeigt natürliche Farben und eine klare Darstellung mit guten Kontrasten. Der Bildeindruck ist angenehm und ausgewogen.

ThermTec Ventus 635L

Dank des größeren Sensorformats fällt der Bildausschnitt etwas großzügiger aus. Die Farbwiedergabe wirkt neutral und die Kontraste werden besonders deutlich herausgearbeitet. Im direkten Vergleich kommt das Bild des Ventus dem Eindruck eines klassischen Fernglases am nächsten.

Fazit: Drei starke Geräte mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Fazit zum Wärmebildfernglas Vergleich

Alle drei Testgeräte erfüllen die Erwartungen an moderne multispektrale Ferngläser und bieten eine Kombination aus Wärmebild, Nachtsicht und Tageslichtbeobachtung.

Das HIKMICRO Habrok 35L punktet mit einer ruhigen Bilddarstellung und solider Gesamtleistung.

Das Pixfra Draco 635 überzeugt durch ein kontrastreiches Wärmebild und eine hervorragende Nachtsicht bei statischen Beobachtungen.

Das ThermTec Ventus 635L präsentiert sich insgesamt als besonders vielseitiges System. Die Kombination aus sehr hoher Detaildarstellung im Wärmebild, stabiler Nachtsicht und natürlicher Tagesansicht macht es zu einem äußerst interessanten Gerät für anspruchsvolle Jäger.

Letztlich entscheidet weniger ein klassisches „Platz 1 bis 3“, sondern vielmehr die Frage, welche Eigenschaften für den jeweiligen Einsatzbereich im Vordergrund stehen. Wenn ihr Fragen zu den getesteten Geräten oder anderen Wärmebild- und Nachtsichtlösungen habt, besucht uns gerne im Ladengeschäft oder sprecht uns direkt an. Wir nehmen uns Zeit für euch.

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