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20. Mai 2026

Rehwild ansprechen – die Grundlage waidgerechter Jagd

Hier in Bayern beginnt seit 2026 erstmals die Jagd auf Böcke und Schmalrehe bereits ab dem 16. April, statt wie jeher am 01. Mai. Ein Grund zu dieser offiziellen Entscheidung war u.a. die noch nicht sehr fortgeschrittene Vegetation in Wald und Flur. Aber auch die körperlichen Zustände beim Rehwild sollen so besser erkannt werden können, um bspw. Schmalreh und Geiß einfacher voneinander unterscheiden zu können.

Reh ansprechen: Schmalreh oder Geiß?

Um weibliches Rehwild korrekt unterscheiden zu können, muss man den Zyklus des Wildes kennen. Ein jedes Leben beginnt mit seiner Zeugung und beim Rehwild beginnt diese im Juli und August mit der Blattzeit. Die Frage aller Fragen stellt sich dann, wenn die Geiß im Mai und Juni gesetzt hat: „Schmalreh oder doch Geiß?“. 

Fehlentscheidungen haben weitreichende Folgen und sind für das Seelenwohl nicht zuträglich, wenn man verzweifelt versucht das verwaiste Kitz ausfindig zu machen. Wir versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen. 

Der erste Eindruck ist häufig richtig und dieser wird vor allem durch den Körperbau des Rehwildes bestimmt. Junge Stücke wie Jährlinge und Schmalrehe haben einen schmalen, schlanken und hochläufigen Körper. Der Träger ist schmal und lang und das Gesicht hat noch etwas kindliches. Der Zeitpunkt des Verfärbens ist ein weiterer Anhaltspunkt für das Alter des Rehwildes. Der alte Spruch „Jung verfärbt vor alt“ hilft hier häufig weiter. Allerdings ist das Verfärben kein sicheres Ansprechmerkmal. Forschungen haben gezeigt, dass Wild in guter Verfassung vor Wild in schlechter Verfassung verfärbt. Das kann auch auf ganz alte Stücke zutreffen, die im Alter Probleme mit der Nährstoffzufuhr und somit dem Haarwechsel haben. Das macht den alten Leitspruch zwar nicht hinfällig, aber sicherlich anfällig für Fehler. Das einzig sichere Unterscheidungsmerkmal von Schmalreh und Geiß ist die (Gesäuge-)Spinne. Und aufgrund der bei uns in Bayern vorgezogenen Jagdzeit ist der Blick auf selbige nicht durch zu hohes Gras oder Laub verdeckt und gewährleistet ein sauberes Ansprechen. Da auch der Klimawandel sein Übriges tut und man immer häufiger hört, dass auch schon bereits Anfang/Mitte April die ersten Kitze gesetzt werden, sollte man sich nicht nur auf die Silhouette verlassen, sondern jegliche Faktoren mit einbeziehen.

Reifer Bock oder braucht der noch?

Am Gehörn des Rehbocks können mehrere Dinge beobachtet werden, um das Alter des Bocks abzuschätzen. Junge Böcke haben noch hohe Rosenstöcke, da mit dem jährlichen Abwurf des Geweihs immer etwas Knochen an den Rosenstöcken verloren geht. Deshalb sind die Rosenstöcke im Folgejahr ein wenig niedriger und bei alten Böcken folglich sehr niedrig. Aber auch das Gehörn liefert keine Gewissheit, da Futterangebot und -verfügbarkeit Einfluss auf das Gehörnwachstum haben und regional unterschiedlich sind.

Gut zu wissen beim Ansprechen von Rehwild

Die Unterscheidung des Geschlechts von Rehwild anhand des Spiegels ist nur im Winterhaar möglich. Im Sommerhaar sind die Haare am Spiegel dazu zu kurz. Bei der Geiß hat der Spiegel einen nach unten zeigenden Fellbüschel, die Schürze. Dadurch wirkt der Spiegel der Ricke herzförmig. Der Rehbock hingegen hat diesen Fellbüschel nicht, weshalb der Spiegel nierenförmig ist.

Praktische Ausrüstung für das Ansprechen von Rehwild

Die richtige Ausrüstung kann dich enorm unterstützen. Achte auf hohe Auflösung und gute Reichweite. Ein Laserentfernungsmesser ist ebenfalls ein super unterstützendes Tool. Für die reine Feldjagd und eine Kombi aus Feld- und Wald empfehlen wir folgende Geräte:

ThermTec Wild 650DL

ThermTec Wild 650L Pro

Für die Waldjagd empfehlen wir folgende Geräte:

Nocpix Lumi H35

ThermTec Hunt 635 Pro

Fazit

Das Rehwild korrekt anzusprechen braucht Erfahrung und Geduld. Jede Situation stellt eigene Anforderungen und ändert sich im Jahresverlauf. Wer regelmäßig übt und aufmerksam beobachtet, wird mit der Zeit sicherer, vermeidet Fehlabschüsse und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und waidgerechten Jagd.

Luisa
Autor

Luisa

Jägerin & Mitarbeiterin

Luisa ist Mitarbeiterin im Team und leidenschaftliche Jägerin. Sie liebt Niederwild, Flinte und Vorstehjagd. Mit Mann, Kind und zwei DK´s ist sie regelmäßig im Revier unterwegs und lässt andere an ihren vielfältigen Erfahrungen rund um Jagd und Natur teilhaben.

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