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Zeitgeschehen nach 1990 der Firma Noblex

Am 1. August 1991 erfolgte die Übernahme des Werkes Eisfeld der Jenoptik Carl Zeiss Jena GmbH mit 550 Beschäftigten durch Herrn Bernhard Docter der dem Werk und den Erzeugnissen seinen Namen gab. Die Firma trat nun als Docter-Optic-Eisfeld GmbH am Markt auf und führte die traditionsreiche Fertigung von Ferngläsern, Zielfernrohren, Spektiven, Lupen und optoelektronischer Messtechnik fort.

Als anerkannter Produzent blankgepresster Asphären war es ein wichtiges Ziel in der Firmenstrategie, den Einsatz von Asphären in der abbildenden Optik voranzubringen. Die erste Realisierung erfolgte in den Okularen des Zielfernrohres 8x56 und im Okular der NOTAREM-Geradsichtferngläser. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden das Verfahren des Blankpressens soweit optimiert, dass die für eine Serienfertigung erforderliche Qualität erzielt wurde. Größere Stückzahlen der Asphären wurden auch in der neu geschaffenen Produktkategorie „Strahler“ verbaut. Hier sind es insbesondere die batteriebetriebenen Kompaktstrahler, denen besonderes Augenmerk galt.

Insgesamt erfolgte eine starke Erweiterung des Sortimentes insbesondere bei Zielfernrohren, die in letzter Zeit durch Geräte mit beleuchteten Absehen ergänzt worden. An vielen Stellen ist das Finish deutlich verbessert wurden. Es soll nicht verhehlt werden, dass auch große Anstrengungen auf konstruktiven und technologischem Gebiet darauf verwandt wurden, die Produktqualität zu sichern und ständig weiter zu verbessern.

Die in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte auf dem Gebiet der visuellen Beobachtungs- und Zieleinrichtungen sind zu sehen in:

der Einführung des zentrierten Absehens bei Zielfernrohren
dem Etablieren von Zielfernrohren mit variabler Vergrößerung als Standardmodelle
dem durchgängigen Einsatz von Brillenträgerokularen bei allen neuen Ferngläsern
den Verbesserungen in der Modellierung optischer Systeme durch komplexe, hochoptimierende Rechenprogramme mit ausgeklügelten Algorithmen, die seit etwa 15 Jahren auch im unmittelbaren Dialogbetrieb auf PC-Basis genutzt werden können
dem Einsatz von CAD in der Gerätekonstruktion und von mathematischen Berechnungsmodellen in der Entwicklung
den Fortschritten in der Beschichtungstechnik mit Einführung breitbandentspiegelnder Beläge und von Phasenkorrekturbelag auf Dachkantprismen
dem Einsatz von (blankgepressten) Asphären in breiterem Umfang bei Hochleistungsgeräten
der verbesserten Umweltresistenz (Gummiummantelung, Wasserdichtigkeit, Stickstoffüllung, bleifreie Gläser)
der Schaffung neuer Gerätefeatures wie integrierter Kompass bei Ferngläsern, beleuchtetes Absehen und Parallaxeausgleich bei Zielfernrohren
oder völlig neuen Produktgruppen, wie Kompakt-Reflexvisieren.
Am 15. November 1995 meldete das Unternehmen Docter-Optic in Wetzlar für das Gesamtunternehmen Konkurs an. Unter Leitung von Herrn Dr. Wellensieck erfolgte die Konkursverwaltung, infolge derer ein Großteil des Unternehmens an ein Firmenkonsortium bestehend aus Bosch und Hella unter Führung von Rodenstock verkauft wurde. Der Eisfelder Betrieb arbeitete mit circa 230 Beschäftigten unter Konkursbedingungen weiter, während nach Kaufinteressenten gesucht wurde. Dabei stand immer die „Große Lösung“ im Blickfeld, bei der das Unternehmen als Ganzes verkauft werden sollte. Insgesamt wurden Gespräche mit über 30 Interessenten geführt. Mit der amerikanischen Firma MMTI wurde ein Kaufvertrag abgeschlossen, der aber auf Grund der nicht erfolgten Zahlung des Kaufbetrages nie rechtskräftig wurde. Am 15. April 1997 wurde nach weiteren erfolglosen Bemühungen durch die Konkursverwaltung die Schließung des Geschäftsbetriebes in Eisfeld verkündet.

Viele Ereignisse bei Noblex

Übernahme Docter-Optic-Eisfeld GmbH durch Analytik Jena
Mit dem 1. Mai 1997 wurde ein Teil des Unternehmens mit einer Belegschaft von 40 Beschäftigten durch die Analytik Jena GmbH weitergeführt, zu der traditionell gute Beziehungen bestanden. Bereits das erste Jahr nach der Übernahme wurde mit guten Umsätzen und Ergebnissen abgeschlossen. Durch die engagierte Arbeit im Marketing- und Verkaufsbereich wurden die Auftragsbücher gut gefüllt, die Mehrzahl der Fachhandels- und Industriepartner, die durch die Wirren um die DOCTER-Werke verunsichert waren, konnten zurückgewonnen werden. Inzwischen ist die Zahl der Mitarbeiter am Standort Eisfeld wieder auf über 100 angewachsen.

Besonderes Augenmerk wird bei der DOCTER-Produktpalette auch weiterhin auf ein hohes Qualitätsniveau, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, perfekten Kundennutzen und ausgewogenes Design gelegt. Selbstverständlich wird der Innovationsbedarf bei den Eisfelder Produkten durch jetzt möglich gewordene Synergieeffekte weiter vorangetrieben. Ziel ist es, die Modellvielfalt bei DOCTER-Ferngläsern anwendungsgerechter zu gestalten. Die am Markt gefragten DOCTER-Zielfernrohre für Jäger werden mit modernen leistungsfähigen Optiken ausgestattet, die eine sichere Handhabung und eine hohe Treffgenauigkeit garantieren.

Es bleibt festzuhalten, dass durch eine mutige unternehmerische Entscheidung und extrem hohe Motivation aller Mitarbeiter ein bedeutendes optisches Werk in Thüringen erhalten wurde und damit Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Für den Markt definiert sich ein leistungsfähiger und innovationsfreudiger deutscher Optikhersteller neu und wird seine Klientel weiterhin mit innovativen Produkten „Made in Germany“ überraschen.

Ein Standort für die Zukunft
Mit der am 2. Juni 1999 erfolgten Umwandlung der Analytik Jena in eine Aktiengesellschaft und dem am 3. Juli 2000 durchgeführten Börsengang wurden auch vor diesem Hintergrund die Weichen für ein rasches wirtschaftliches Wachstum gestellt.

Mit der Grundsteinlegung am 27. Mai 2005 für ein neues Firmengebäude, in dem alle Fertigungsbereiche zusammengeführt worden sind, sind wichtige Voraussetzungen für eine zukünftige, erfolgreiche Arbeit des Eisfelder Betriebes geschaffen worden.

Im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (MdL/CDU) wurde am 12. Mai 2006 in Eisfeld ein neues Produktionszentrum der Analytik Jena eingeweiht. Die mit weit über drei Millionen Euro angegebene Investition am Standort Deutschland stelle ein deutliches Zeichen zur Arbeitsplatzsicherung für die mehr als 100 Beschäftigten dar, unterstrich Vorstand Klaus Berka.

Am 1. Mai 2016 erwarb die NOBLEX GmbH den Standort Eisfeld. Die NOBLEX GmbH ist ein Tochterunternehmen der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VF Capital GmbH.

Die NOBLEX GmbH verfügt über zwei Geschäftsbereiche, den Konsumgüterbereich sowie den Fertigungsdienstleistungsbereich. Im ersten Geschäftsbereich hat sich der Betrieb auf die Entwicklung und Fertigung von optoelektronischen Konsumerprodukten in der Sparte der Hochleistungsoptik spezialisiert. Dazu gehören etwa Ferngläser, Reflexvisiere, Zielfernrohre, Lichttechnik und Wärmebildtechnik für das Premiumsegment. Der zweite Geschäftsbereich ist die Fertigungsdienstleistung für verschiedene Kunden im Bereich der Labor-Analysetechnik. Neben der Montage von komplexen, hochwertigen Geräten und Komponenten werden auch Dreh- und Frästeile erstellt sowie die Oberflächen dekorativ durch Eloxal- oder Lackierarbeiten veredelt.

Corona führte zu großen Umsatzausfällen.
Die Produktpalette des Konsumgüterbereichs wurde beispielsweise in den vergangenen zwei Jahren systematisch erneuert und erweitert. Aufgrund der beginnenden COVID-19 Pandemie wurde die Markteinführung weiterer neuer Produkte verschoben. Zusätzlich führte der Lock Down in den wichtigsten Absatzmärkten zu erheblichen Umsatzausfällen.

Sanierung
Um das Unternehmen nachhaltig zu sanieren, haben sich die Gesellschafter im Juni 2020 dazu entschlossen das Schutzschirmverfahren, im Rahmen des deutschen Insolvenzrechts zu nutzen, um die Geschäftsbereiche Produktion/Fertigungsdienstleistungen und Consumerbereich zu trennen.

Der Produktionsbereich konnte zum 1. Nov. erfolgreich an die Firma Buchert + Feil übertragen werden. Das Produktions- und Dienstleistungsportfolio wird zukünftig fortgeführt und es besteht auch weiterhin die Möglichkeit Produkte für den Konsumgüterbereich herzustellen.

Der Geschäftsbetrieb der Konsumgüter Sparte wurde zum 31. Oktober 2020 eingestellt.

Zum Nov. 2020 übernahm die NOBLEX E-Optics GmbH wesentliche Vermögensgenstände der früheren NOBLEX GmbH. Mit einem effizienten und hochmotivierten Team stellt sich die neue Firma den Herausforderungen des Optik-Marktes.

Neben dem bisherigen Sortiment, wie dem Klassiker NOBLEX Sight II oder dem Fernglas und Zielfernrohr Produkten, fokussieren sich NOBLEX zukünftig stärker auf „E-“ elektronische Produkte in den Bereichen Nachtsicht, Laser Entfernungsmessung und Wärmebildtechnologie.

Service steht für „NOBLEX E-Optics“ an erster Stelle und ist durch die Übernahme sämtlicher Ersatzteile langfristig, auch für die Produkte der Marke „DOCTER“, sichergestellt.