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Geschosse und deren Wirkungsweise bei der Jagd – Bericht aus der Praxis von Active Hunting

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Das Thema Jagdmunition ist breit gefächert und gerade Jungjäger werden vom Angebot nahezu erschlagen. Viele müssen aufgrund der Gesetzeslage zu bleifreier Munition greifen. Andere Bundesländer wie zum Beispiel Rheinland-Pfalz erlauben noch die Verwendung von bleihaltiger Munition.

Geco, RWS, Hornady, Sako, Sellier&Bellot, Norma, Federal, Brenneke, Winchester, Blaser oder auch Barnes sind Hersteller, welche alle hochwertige Jagdmunition anbieten sei es bleifrei oder bleihaltig. In diesem Blogbeitrag möchten wir das Thema Jagdmunition aus mehreren  Blickwinkeln beleuchten, um gerade dem Jungjäger eine Auswahlhilfe zu bieten.

Die Glaubensfrage des Kalibers

Fragt man 10 Jäger nach dem „richtigen“ Kaliber, endet dies meist in einer endlosen Diskussion. Gerade in Internetforen wird dieses Thema in den meisten Fällen geradezu zerrissen. Eins steht jedoch fest, die meistgenutzten Kaliber in deutschen Revieren sind die 7×64, .308 Winchester, .30-06 Springfield und die 8×57 IS. Etwas dünner wird es dann bei der 9,3×62 oder der .300 Win. Mag.

Die beiden letztgenannten werden auch in den meisten Fällen zur herbstlichen Drückjagdsaison geführt, um die besondere “Reserve” zu haben, falls der Lebenskeiler unverhofft am Stand vorbeizieht.

Nach unserer Erfahrung ist man mit einem guten Mittelkaliber wie der 7×64, .308 Winchester, .30-06 Springfield oder 8×57 IS jedoch sehr gut aufgestellt.

Dem Kaliber wird in unseren Augen jedoch ein so hoher Stellenwert eingeräumt, dass der wichtigste Punkt größtenteils in den Hintergrund rückt. Dieser ist das verwendete Geschoss, mit dem man wesentlich Einfluss nehmen kann auf die Wildbretentwertung, die Augenblickswirkung und die Pirschzeichen.

Das Geschoss ist dafür verantwortlich, die Vitalfunktionen erster Ordnung, also die Atmung und die Herz-Kreislauf-Funktionen außer Kraft zu setzen und somit das Wild so schnell und schmerzlos wie möglich zu erlegen.

Werfen wir unseren Blick also vielmehr auf das verwendete Geschoss statt auf das Kaliber.

Jagdliche Geschosse und deren Wirkungsweise

zunächst teilen wir die jagdlichen Geschosse einmal auf in die Gruppe der bleihaltigen und der bleifreien Geschosse. Diese beiden Gruppen können wir wiederum in die Untergruppe der Deformationsgeschosse und der Teilzerlegungsgeschosse unterteilen.

Munition Geschosse Bleifrei Bleihaltig

Unterschiede zwischen Deformations- und Teilzerlegungsgeschossen

die Unterschiede dieser Geschosskonstruktionen verrät schon der Name.

Die Deformationsgeschosse leiten beim Auftreffen auf das Zielmedium eine plastische Verformung ein. Umgangssprachlich wird hier von einem aufpilzen gesprochen. Diese Verformung und somit Vergrößerung des Geschossquerschnitts soll eine effektive Energieabgabe im Zielmedium mit einhergehender Gewebe und Organzerstörung bewirken.

Die Deformation wird bei solchen Geschossen durch Bruchstellen herbeigeführt. Das Geschoss wird also an bestimmten Stellen im Material geschwächt, um die Deformation einzuleiten. Je nachdem wie die Bruchstellen angeordnet sind, deformiert sich das Geschoss mit mehreren Fahnen oder öffnet sich pilzartig.

Im folgende ein Beispiel anhand des bleifreien Barnes TTSX. Dieses Geschoss verfügt über eine verdeckte Hohlspitze und besteht komplett aus Kupfer. Es pilzt in 4 Fahnen auf und begrenzt seine Expansion mit dem Ende der Hohlspitze. Mit dem abgebildeten Geschoss wurde ein Impala erlegt, welcher im Feuer lag. Der Schuss wurde auf den Stich angetragen und das Geschoss steckte unter der Decke der rechten Hinterkeule.

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Barnes TTSX im Laengsschnitt

Barnes TTSX Expansion

4 Fahnen Bildung Barnes TTSX

Im Flug selbst öffnet sich das Geschoss selbstverständlich nicht. Erst, wenn das Geschoss auf das Zielmedium auftrifft und der Staudruck an der Spitze signifikant zunimmt, wird die Verformung eingeleitet.

Desto größer die Entfernung zum Ziel ist, um so mehr nimmt die Deformationsbereitschaft der Deformationsgeschosse ab, da die Geschwindigkeit der Geschosse im Flug natürlich abnimmt. Darum ist es von Vorteil, wenn das Deformationsgeschoss eine günstige außenballistische Formgebung mit einem hohen BC aufweist, um auch auf größere Distanzen noch adäquat wirken zu können.

Im Folgenden haben wir eine Beispielgrafik erstellt, wie sich ein Deformationsgeschoss auf verschiedene Entfernungen verhält.

Deformation von Geschossen

Die Teilzerlegungsgeschosse hingegen sind so konstruiert, dass sich beim Auftreffen auf das Zielmedium ein Teil des Geschosses zerlegt. Hierdurch entstehen mehrere Splitter, welche eine immense organische Zerstörung herbeiführen sollen und somit eine hohe Augenblickswirkung in den Vordergrund tritt.

Ein gesicherter Restkörper soll für den nötigen Ausschuss sorgen, welcher in der Praxis jedoch nicht immer vorhanden ist. Der große Vorteil dieser Geschosse liegt also in einer hohen Augenblickswirkung. Sollen die Fluchtstrecken also wesentlich verkürzt und Nachsuchen reduziert werden, ist ein Teilzerlegungsgeschoss eine gute Wahl. Gerade bei wehrhaftem Wild ist dies in unseren Augen ein Vorteil.

Im Vergleich zu den Deformatoren ist die Augenblickswirkung der Teilzerlegungsgeschosse auf weitere Schussdistanzen höher angesiedelt. Natürlich muss eine höhere Wildbretentwertung in Kauf genommen werden, da anhand der Splitterbildung umliegendes Gewebe stark in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Beide Geschosskonstruktionen haben also Ihre Vor- und Nachteile, welche wir anhand einer Grafik nochmals darstellen wollen.

Deormationsgeschosse Teilzerlegungsgeschosse

Um diese Behauptung noch weiter zu untermauern, haben wir zwei Bilder aus der Jagdpraxis herausgesucht. In diesem Beispiel wurde Rehwild im Kaliber .308 Winchester zum einen mit dem bleihaltigen Teilzerlegunsgeschoss RWS Doppelkern und zum anderen mit dem bleifreien Deformationsgeschoss RWS HIT beschossen. Das Stück, welches mit dem Doppelkern beschossen wurde, lag im Feuer. Die Wildbretentwertung ist jedoch wie ersichtlich sehr hoch angesiedelt.

Das Stück, welches mit dem RWS HIT beschossen wurde, machte eine kurze Totflucht von etwa 20m. Die Wildbretentwertung ist jedoch wesentlich akzeptabler als beim RWS Doppelkern. Diese Erfahrungen müssen natürlich nicht die Regel widerspiegeln, zeigen jedoch die Tendenz, wie sich Teilzerlegungsgeschosse und Deformationsgeschosse in der jagdlichen Praxis verhalten.

RWS Doppelkern

RWS HIT

Welches Geschoss für welche Jagdart?

Die Wahl des Geschosses ist natürlich immer anhängig von der zu bejagenden Wildart, den Schussentfernungen oder auch der Jagd selbst.

Auf der herbstlichen Drückjagd sind Nachsuchen ein leidiges Thema. Darum ist es hier von großem Vorteil, wenn das Geschoss eine hohe Augenblickswirkung aufweist. Dies kann man wie bereits erwähnt durch ein Teilzerlegungsgeschoss erreichen.

Wem eine hohe Wildbretschonung wichtig ist, der sollte sich eher auf dem Terrain der Deformationsgeschosse bewegen. Bei den bleihaltigen Deformatoren gibt es jedoch noch eine weitere Unterteilung. Zum einen die ungebondeten und die gebondeten Deformationsgeschosse. Die bleihaltigen Deformationsheschosse bestehen aus einem Bleikern, welcher von einem Mantel zumeist aus Tombak umgeben ist.

Bei ungebondeten Geschossen ist der Mantel nicht fest mit dem Bleikern verbunden. Hierdurch kann es unter Umständen dazu kommen, dass der Kern sich vom Mantel trennt und es zum einen keinen Ausschuss gibt und/oder sich Splitter negativ auf die Wildbretschonung auswirken.

Hier ein Beispiel für die Separation von Mantel und Kern bei einem Kurzwaffengeschoss verschossen aus einem .357 Magnum Revolver.

Kern Mantel Trennung

Bei gebondeten Deformationsgeschossen ist der Mantel durch einen elektrochemischen Prozess fest mit dem Kern verbunden und es findet in der Regel keine Trennung von Mantel und Kern statt. Dies wiederum führt zu einer sehr hohen Wildbretschonung und steigert die Chancen eines Ausschusses um reichlich Pirschzeichen zu erhalten.

Wer ein Deformatonsgeschoss nutzen will und weite Schussdistanzen abdecken muss, sollte zu einem Geschoss mit hohem BC Wert greifen. Der BC Wert (ballistische Koeffizient) gibt an, wie stark das Geschoss durch den Luftwiderstand, welchen es im Flug überwinden muss, abgebremst wird. Die Angabe wird meist von den Herstellern auf der Verpackung abgedruckt oder man findet die Angabe auf der Internetseite des Herstellers. Der beste BC welcher zu erreichen ist, wird mit dem Faktor 1 angegeben. Je höher der BC bzw. je näher er am Faktor 1 ist, umso besser ist die Fähigkeit eines Projektils, den Luftwiderstand zu überwinden.

Rundkopfgeschosse haben aufgrund der großen Stirnfläche einen schlechteren BC als Spitzgeschosse. Auch die außenballistische Form nimmt Einfluss auf den BC.

Im Folgenden ein grafisches Beispiel, was das ganze verdeutlichen soll.

Ballistischer Koeffizient BC

Unsere eigenen Erfahrungen zu verschiedenen Geschossen

natürlich haben wir mit den Jahren unsere eigenen Erfahrungen gesammelt. Dies zum einen mit bleifreien und zum anderen mit bleihaltigen Geschossen. Diese Erfahrungen spiegeln nur unsere persönlichen Erfahrungen wider und ist dem einen oder anderen vielleicht hilfreich. Gestreckt wurde vom Fuchs bis zum Rotwild alles mit der 308 Winchester. Die Jahresstrecke belief sich auf durchschnittlich 50 Stück Schalenwild.

Ebenfalls verteufeln wir keine Bleigeschosse, sondern haben mit bleifreien und bleihaltigen Geschossen erfolgreich gejagt. In dem Bericht gehen wir auch nur von Treffern hinter dem Blatt aus, denn schlechtere Schüsse oder Schüsse im zentralen Nervensystem haben einen andere Aussagekraft.

Grundsätzlich für bleifreie Geschosse gilt:

  • Bleifreie Geschosse müssen leicht sein um zu wirken
  • Bei der Umstellung von Blei gilt eine Gewichtsklasse tiefer wählen Bsp. 165 Grain Blei auf 150 Grain bleifrei
  • Mantel des Geschosses beachten
  • Mindestens 10–20 Schuss schießen, bevor man den Streukreis beurteilt. Der Lauf muss erst ein wenig Abrieb vom Mantel haben (bei Umstellungen von verschiedenen Mantelmaterialien der Geschosse wichtig)
  • Umstellung von gleichen Mänteln ist kein Problem. Beispiel: Tombak Bleigeschoss zu Tombak bleifreien Geschossen
  • Reine Kupfergeschosse haben oft einen höheren Reinigungsaufwand

Bleihaltige Teilzerlegunsgeschosse

das erste Beispiel, welches wir für ein bleihaltiges Teilzerlegungsgeschoss nennen wollen, wäre das RWS Doppelkern mit 10,7 Gramm Geschossgewicht.

Das RWS Doppelkern besteht aus zwei Bleikernen unterschiedlicher Härte. Der vordere Bugkern ist weicher aufgebaut als der härtere Heckkern. Dies gewährleistet eine kontrollierte Splitterbildung, wobei der härtere Heckkern für einen Ausschuss sorgen soll. Besonders hervorzuheben bei diesem Geschoss ist die äußerst hohe Präzision, welche durch den sehr langen Geschosszylinder umgesetzt wird. Aus einer Heym SR21 Precision brachte das Doppelkern Streukreise um 15mm auf 100m.

Die Ausschüsse können beim RWS Doppelkern sehr brachial ausfallen. Trifft das Geschoss beim Einschuss eine Rippe, ist die Wildbretentwertung wesentlich höher als wenn es zwischen den Rippen eintritt. Die Augenblickswirkung war dementsprechend hoch.

Um weitere Distanzen abzudecken, wäre das RWS Speed Tip Professional eine gute Wahl. Das Geschoss hat eine wesentlich bessere außenballistische Formgebung und ballistischen Koeffizienten als das RWS Doppelkern.

Anhand der SPEED-TIP-Geschossspitze mit integrierter Hohlspitze wird eine Fragmentation des vorderen Geschossteils eingeleitet. Schlussendlich steht das RWS Speed Tip Pro für eine sehr hohe Schock- und Stoppwirkung auch auf weite Schussdistanzen und eine extrem gestreckte Flugbahn durch geringen Luftwiderstand.

Bleifreie Teilzerlegungsgeschosse

das RWS Evo Green mit 9,0 Gramm Geschossgewicht.

Ebenfalls wird hier auf die Speed Tip Geschossspitze in Verbindung mit einem dünneren vorderen Mantel gesetzt, um die Fragmentierung einzuleiten. Ebenso verfügt der vordere Teil des Geschosses über radial verlaufende Sollbruchstellen, um eine hohe Augenblickswirkung herbeizuführen. Zum Heck verlaufend verstärkt sich der Mantel, was einen Ausschuss generieren soll.

Dieses Geschoss ist vor allem für Drückjagden geeignet, da die Augenblickswirkung hervorragend ist. Der Streukreis war, wie von RWS gewöhnt, sehr gut. Leider sind bei Schüssen hinter dem Blatt auch regelmäßig Splitter bis zum Magen gedrungen und verursachten dadurch unschöne Wertminderungen des Wildbrets bzw. mehr Aufwand. Die Ausschüsse sind vor allem bei schwächerem Wild und Rehwild verheerend. Keine wirkliche Empfehlung von uns, da wir vor allem wegen eines hochwertigen Lebensmittels jagen!

Auch das weitaus günstigere Geco Zero ist ein bleifreies Teilzerlegungsgeschoss welches aus zwei Zinnkernen besteht. Die Hohlspitzkonstruktion mit radial verlaufenden Sollbruchstellen soll auch hier ein sicheres Ansprechverhalten und hohe Augenblickswirkung bewerkstelligen. Die Heck-Einschnürung im hinteren Teil des Geschosses soll einen massestabilen Restkörper und einen Ausschuss hervorrufen.

Zu diesem Geschoss können wir bedauerlicherweise nur folgendes Feedback geben: VERHEEREND! Rehe brauchten nicht mehr aufgebrochen werden, sie waren es bereits und Sauen ab 50kg hatten teilweise keinen Ausschuss bei innerlicher Vollzerstörung. Daher können wir das Geschoss nur bedingt weiterempfehlen. Wem Augenblickswirkung vor Wildbretschonung geht, kann es gerne selbst testen.

Das Jaguar 3 Band Classic 9,2 Gramm Geschoss von LFB

Das Jaguar Geschoss ist auch in der 308 Winchester sehr, sehr schnell unterwegs und spricht auf jede jagdliche Entfernung tadellos an. Der Reinigungsaufwand durch das Kupfergeschosses war etwas höher und nach spätestens 30 Schuss machte der Streukreis auf. Die Wirkung des Geschosses sah wie folgt aus: Füchse und Rehe lagen zu 90% am Platz. Unsere Hauptwildart war aber das Schwarzwild, in einem Revier, wo die Waldkante strickte Grenze war.

Hier gingen die Stücke zu 90% noch gute 100m mit einer guten Schweißfährte. Die Hämatome hielten sich in Grenzen bzw. wahren keine vorhanden.

Der Wildbretverlust war eher sehr gering und um den eigentlichen Ausschuss waren weitere Löcher der Geschossfahnen zu finden. Wer ein Geschoss für weite Entfernungen sucht und etwas Fluchtstrecke in Kauf nehmen kann, ist mit dem LFB von Jaguar sehr gut beraten!

Die Geschosse Aero und das alte Lutz Möller haben und hatten einen ähnlichen Aufbau. Über die Wirkung kann hier aber nicht berichtet werden.

Bleihaltige Deformationsgeschosse

Beim Nosler Accubond handelt es sich um ein bleihaltiges, gebondetes Deformationsgeschoss mit Polymerspitze. Durch die gebondete Konstruktion bleiben Kern und Mantel in der Regel fest zusammen und deformieren pilzartig.

Durch die aerodynamische Formgebung wird ein sehr hoher BC erreicht, was die Weitschusstauglichkeit des Nosler Accubond stark nach oben treibt. Darum auch eine besonders gute Wahl für 6,5er Kaliber wie die 6,5-284 Norma oder die 6,5 Creedmoor.

Ein Ausschuss war stets vorhanden und auch die Wildbretentwertung hielt sich in Grenzen. Ein Geschoss, welches wirklich eine gute Performance aus vielen Blickwinkeln leistet. Wer nicht bleifrei jagen muss, sollte das Nosler Accubond definitiv unter die Lupe nehmen.

Ein weiterer bleihaltiger Deformator welcher eine gute Performance zu einem recht günstigen Preis liefert, ist das Geco Plus.

Auch das Geco Plus ist gebondet und die Wildbretschonung war dementsprechend hoch.

In der Regel gehen die Stücke, nachdem Sie beschossen wurden, was bei einem gebondeten Deformator aber auch meistens der Fall ist. Ein Ausschuss ist fast immer die Regel. Viele Jäger aus unserem Bekanntenkreis greifen zur Geco Plus und sind sehr zufrieden, sei es bei der Jagd auf Reh oder Schwarzwild.

Die Präzision war nicht ganz auf dem Level wie wir dies von RWS gewöhnt waren, dafür kostet die Geco Munition aber auch eine gute Ecke weniger.

Bleifreie Deformationsgeschosse

Das Reichenberg HDB Universal mit 9,7 Gramm (mit Gleitlack beschichtet)

Das HDB Geschoss besitzt einen Gleitlack, welches es schneller machen soll und für weniger Abrieb im Lauf sorgt. Vom Reinigungsaufwand waren wir wirklich zufrieden. Von der Präzision in der Merkel KR1 eher weniger. Ein Streukreis von 4cm auf 100m entspricht nicht unserem persönlichen Anspruch. Vielleicht war das Geschoss einfach zu leicht für die Dralllänge.

Wir nutzten es dennoch auf Schwarzwild, um die Wirkung zu testen. Leider wurden wir bei allen beschossenen Sauen bitter enttäuscht. Insgesamt wurden 10 Sauen damit beschossen und keine blieb am Platz. Die kürzeste Fluchtstrecke lag bei 50m und die weiteste bei 500m bei Schüssen hinter dem Blatt. Die Schweißfährte war kaum vorhanden.

Trotz sehr geringer Wildbretentwertung stellten wir den Test schnell ein, da dieses nicht unseren Erwartungen entsprach. Auch hier sei gesagt, andere können damit sehr zufrieden sein, wir waren es bedauerlicherweise nicht.

Impala Bullets

Der Versuch mit dem Impala Geschoss wurde nach 2 Stücken Schwarzwild sofort eingestellt. Dieses Geschoss macht weder auf, noch gibt es eine Schweißfährte. Alle 2 Sauen lebten noch und mussten abgefangen werden. Für dieses Geschoss kann KEINE EMPFEHLUNG ausgesprochen werden.

Barnes VOR-TX mit 9,7 Gramm

Das BarnesVOR-TX Geschoss ist ein reines Kupfergeschoss. Wir haben es in der 150 Grain Variante genutzt. Es gab immer einen Ausschuss von ca. 3-5cm Durchmesser. 90% der Stücke lagen am Anschuss. Die weiteste Fluchtstrecke eines Stück Rotwildes lag bei 150m und konnte durch viel Schweiß schnell gefunden werden.

Nach ca. 30-40 Schuss machten die Streukreise auf und eine chemische Laufreinigung musste durchgeführt werden. Für einen Jäger mit weniger Strecke ist dieses Geschoss sehr zu empfehlen, da sich hier der Reinigungsaufwand auf 1x jährlich auswirkt.

Dieses Geschoss bekommt eine klare Empfehlung!

RWS HIT mit 10,7 Gramm

Die RWS Geschosse sind von der Firma Barnes, mit kleinen Änderungen. Die Hit wurden von der Firma RWS vor allem vernickelt, was für weniger Kupfer Abrieb und Schnelligkeit sorgen soll. In der 308 sind diese Geschosse leider nicht schnell genug, um ein sofortiges Verenden des Wildes zu gewährleisten.

Auf Rehwild ist die Wirkung gut und wenig Wildbretverlust zu verzeichnen. Bei Sauen ab 50kg war die Wirkung nicht ausreichend und 60% sind nicht sofort verendet. 90% des Wildes hatte Fluchtstrecken von 50-300m bei mäßigem bis keinem Schweiß. Das Geschoss bekommt dennoch die Empfehlung für schnellere Kaliber ab .30-06 aufwärts!

RWS Short Rifle Hit mit 9,7 Gramm

Dieses Geschoss ist völlig identisch zum „normalen“ HIT. Die Wirkung aus der 308 ist als hervorragend zu bezeichnen und die Stücke sind in der Regel am Platz verendet. Auch die Hämatome und Ausschüsse sind als gut zu bewerten. Dieses Geschoss ist vor allem leichter und in der 308 Win. mit 150 Grain optimal gewählt. Dadurch ist die Geschwindigkeit höher und die Augenblickswirkung deutlich besser.

Enttäuschender Weise hatten wir beim Nachkauf eine Charge, die nicht mehr aus unserer Waffe schoss. Vorher 2cm Streukreis–neue Charge 25cm Streukreis! Wir denken aber, dass dies bei RWS sofort behoben wurde!

Das legendäre Hornady GMX Geschoss ist in Kurzform eine absolute Kaufempfehlung! Leider schießt dieses Geschoss aus Waffen von süddeutschen Herstellern nur bedingt und die Streukreise sind oft nicht zufriedenstellend. Bei uns schoss es aus der R93 brillant und aus der R8 gar nicht.

Die Stücke lagen zum größten Teil am Platz bei wenigen Hämatomen und sauberen, 2-4cm Ausschüssen. Die Lunge ist meistens völlig zerstört und die Augenblickswirkung ist als sehr gut zu bezeichnen.

Fox Bullets mit 9,7 Gramm

Fox Bullets sind noch recht unbekannt in der deutschen Jägerschaft. Bisher wurde vom Fuchs bis zum Rotwild damit Strecke gemacht und die weitesten Fluchtstrecken waren vor allem beim Rotwild zu verzeichnen. Die weiteste Flucht lag bei 50m. 90% des beschossenen Wildes lag am Anschuss und hatte einen sauberen Ausschuss von max. 3cm.

Schweiß und Pirschzeichen sind bei einer Flucht nicht immer vorhanden. Die Hämatome halten sich in Grenzen oder sind vernachlässigbar.

Wir können für dieses Geschoss also eine Empfehlung aussprechen.

Bei allen Geschossen, ob mit oder ohne Blei, gibt es je nach Anwendungsgebiet geeignete Geschosse! Uns ist durchaus bewusst, dass viel geschimpft wird und bleifreie Geschosse verteufelt werden. Dieses liegt aber oft an großer Unwissenheit oder einer einmalig schlechten Erfahrung. Lassen Sie sich von Nutzern beraten, die Ihnen unabhängige Meinungen und Empfehlungen aussprechen können. Wie bei Nachtsicht- und Wärmebildtechnik entscheidet hier ihr jagdlicher Einsatzzweck, ihr Revier, die Wildarten und das verwendete Kaliber bzw. Waffe.

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